Donnerstag, 24. Mai 2018

Ein Abend mit Sophie Bonnet



Ich hatte euch ja bereits über die Lesungen von Sophie Bonnet zu ihren beiden neuen Büchern „Provenzalischer Genuss“, einem Kochbuch zu ihren Provence-Krimis, und „Provenzalische Schuld“, den fünften Fall von Pierre Durand, informiert. Bei der allerersten Lesung zu den beiden Büchern, noch vor der offiziellen Buchvorstellung einen Tag später, konnte ich mit einer Freundin letzte Woche Montag im Gymnasium Verl mit dabei sein. Organisiert wurde die Lesung von der Bibliothek Verl, aufgrund der großen Nachfrage fand die Veranstaltung schließlich im Gymnasium statt. Nachdem noch einige Fotos von Sophie Bonnet gemacht wurden und eine Mitarbeiterin der Bibliothek den Abend kurz mit ein paar Informationen zu Sophie Bonnets Werdegang einleitete, betrat die Autorin schließlich die Bühne.

Frau Bonnet begrüßte sehr freundlich und offen das Publikum, stellte sich ebenso kurz vor, wobei sie uns auch ihren bürgerlichen Namen verriet, der jedoch eher an eine polnische Sachbuchautorin erinnere und wenig zu der von ihr verfassten Literatur passe, durch die der Leser in die Provence ihrer Bücher eintauchen solle, weshalb sie sich einen Künstlernamen zugelegt habe. Um dem Publikum, das mehrheitlich noch nicht in der Provence war, einen Eindruck dieser von ihr so geliebten Region geben zu können, zeigte Sophie Bonnet während ihrer Ausführungen immer wieder Fotos aus der Provence, die auf vielen ihrer Reisen dorthin entstanden waren. Parallel erzählte sie uns ein wenig von ihrer mittlerweile fünfbändigen Krimireihe um den Dorfpolizisten Pierre Durand und wie sie zum Schreiben gekommen ist.
Dann las sie uns direkt den Prolog des Buches, der jedem ihrer Krimis immer vorangestellt ist und aus der Sicht des Opfers erzählt wird, vor. Er erzählt von einer Frau, die in die sogenannten verlassenen Dörfer gefahren ist, um sich eine kleine Auszeit zu nehmen, Probleme mit ihrem Ehemann werden angedeutet, bis sie eines Morgens von einem Geräusch geweckt wird und draußen nachsehen will, wo ein Mann mit Gewehr auf sie wartet. Sie flüchtet ins Haus und versteckt sich in der Speisekammer, wo der Mann sie kurz darauf findet. Direkt danach ging es mit dem nächsten Kapitel weiter, in dem Pierre, während er von seiner Freundin Charlotte mit ihren Kochkünsten verwöhnt wird, einen Anruf des Bürgermeisters Arnaud Rozier erhält, dessen Frau verschwunden ist. Durch Bonnets sehr aktiven Vorlesestil war man sofort in der Handlung drin und hätte gern auch noch erfahren, wie es nun weitergeht, doch dafür müsse man nun das Buch selbst kaufen, wie die Autorin mit einem Grinsen sagte. Sie erzählte uns noch etwas mehr zu den verlassenen Dörfern, die im Buch eine Rolle spielen, und las dazu auch einen kurzen Abschnitt von Pierres Ermittlungen vor. Jedes ihrer Bücher beschäftigt sich eingebettet in den jeweiligen Kriminalfall mit landestypischen Themen, wie etwa die Seifenherstellung in der Provence oder die Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region, über den Umgang und die Recherche zu diesen Themen erzählte sie uns auch kurz noch einiges.
Anschließend fand eine kleine Pause statt, in der man sich Essensproben aus der Provence – jedoch anscheinend nicht aus Sophie Bonnets Kochbuch – schmecken lassen konnte. Für mich als Vegetarierin war kaum etwas dabei, trotzdem tat die kurze Pause sehr gut, war man doch zuvor mit Informationen regelrecht bombardiert worden. Spannender wären zudem Kostproben von Rezepten aus dem Kochbuch gewesen.
Mit diesem ging es schließlich nach der Pause weiter. Sophie Bonnet zeigte uns einige Fotos von Rezepten aus ihrem Kochbuch, die sie in Absprache mit dem Verlag selbst gestaltet hatte. Sortiert sind die Rezepte in fünf Kapiteln, die den fünf bisher erschienenen Krimis entsprechen, angereichert mit Informationen und kleinen Anekdoten zur jeweiligen Region innerhalb der Provence, eins las sie uns exemplarisch vor. Die zweite Buchvorstellung gestaltete sich glücklicherweise um einiges kürzer als der Beginn, denn mittlerweile fiel es angesichts der über zweieinhalbstündigen Lesung doch etwas schwer, noch länger zuzuhören. Es folgte noch eine kleine Fragerunde des Publikums, das insbesondere Interesse am Schreibprozess von Sophie Bonnet hatte, und die Möglichkeit, sich die erworbenen Bücher noch signieren zu lassen.
Insgesamt erlebten wir einen wirklich schönen Abend, dem man all den Aufwand, der seitens der Autorin und des Veranstalters betrieben wurde, deutlich anmerkte. Man spürte Sophie Bonnets Begeisterung für die Provence von der ersten bis zur letzten Minute, ihre Bilderpräsentation war detailliert und liebevoll gestaltet, ihre Anekdoten lustig, informativ und spannend und der Einblick insbesondere in den Roman wirklich fesselnd. Am Ende wurde uns der Abend ein wenig zu lang, vielleicht könnte man an wenigen Stellen noch etwas kürzer, wir fühlten uns ein wenig durch all die Informationen überladen. Alles in allem hat es aber sehr großen Spaß gemacht, eine Autorin kennenzulernen, die derart in ihrem Handlungsort und ihren Krimis aufgeht. Wenn ihr die Möglichkeit habt, Sophie Bonnet einmal live zu erleben, würde ich euch wirklich raten, diese Chance zu nutzen.

Eure Kim

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